Amoksicherung

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Amoksicherung Prinzip

Wie schützt eine gemäß des Projekts Amoksicherung ausgestattete Klassenzimmertür?

  • Jeder, ob Schüler oder Lehrer, kann die Tür bei Gefahren von innen verriegeln. Das ist schnell und ohne Schlüssel möglich.
  • Die so verriegelte Tür lässt sich von außen nur mit einem Schlüssel öffnen, den ausschließlich berechtigte Personen besitzen. Duplikate sind im Handel nur mit Legitimation erhältlich.
  • Blockiert ein Schüler im Alltag aus Spaß von innen die Tür, so kann sie der Lehrer dennoch von außen mit dem Schlüssel öffnen.
  • Von innen lässt sich die Tür jederzeit wieder entriegeln, etwa für eine Evakuierung.
  • Fehlfunktionen sind weitestgehend ausgeschlossen, das System funktioniert ohne Elektronik, also rein mechanisch.


Die Kernstücke unserer Lösung

  • Ein Knaufzylinder, der die vorhandenen Schließzylinder ersetzt: Von innen wird er mit einem Drehknauf bedient, von außen mit dem Schlüssel. Die Besonderheit liegt in der Rutschkupplung des Knaufzylinders, der das Blockieren von der Innenseite verhindert und so mit dem berechtigten Schlüssel den Zugang gewährt.
  • Ein spezielles Klassenzimmer-Schloss, in das der Knaufzylinder eingesetzt wird.
  • Ein Türbeschlag, der die Funktion von Knaufzylinder und Klassenzimmerschloss aufnimmt und zugleich alle gängigen Normen erfüllt.

 

Amoksicherung Ausführung

Sorgsam aufeinander abgestimmte Komponenten

Wer beruflich tagtäglich mit Türen zu tun hat, weiß es: Die beweglichen Teile an der Tür und ihrem Rahmen sind längst nicht so simpel, wie man es landläufig meist vermutet. Ob Schloss, Schließzylinder, Drücker, Bänder oder Zargen, jedes dieser Teile ist nicht nur starken Belastungen ausgesetzt, sondern muss auch so konstruiert sein, dass es zur jeweiligen Art der Tür passt. Deshalb gibt es statt eines Allround-Produzenten eigene, auf die jeweilige Komponente spezialisierte Hersteller.

Wir als unabhängige Objektberatung haben nun aus dem Gesamtangebot jene Hersteller und Produkte ausgewählt, die am besten zusammenspielen.

Türknaufsysteme als offizielle Empfehlung

Der baden-württembergische Landtag hatte einen Sonderausschuss zum Amoklauf von Winnenden eingerichtet. Im März 2010 legte er seinen Abschlussbericht vor. Darin wurde eine Einschätzung bestätigt, die zuvor bereits der Expertenkreis der Landesregierung ausgesprochen hatte: Spezielle Knaufsysteme an Klassenzimmertüren werden als geeignete Sicherheitsmaßnahme empfohlen. Die Expertenmeinungen im einzelnen:

Initiative der Landesregierung

Als eine Konsequenz des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen richtete die baden-württembergische Landesregierung einen „Expertenkreis Amok“ ein. Unter Vorsitz des Stuttgarter Regierungspräsidenten a.D. Dr. Udo Andriof erörterten Kriminologen, Psychiater, Jugendschützer, Kommunalpolitiker, Eltern und viele weitere Experten aus Ministerien, Universitäten und Fachverbänden, wie Amoktaten an Schulen künftig verhindert werden können.

Ende September 2009 legte der Expertenkreis seinen Bericht vor. Der Tenor: Prävention verlangt eine Vielzahl ineinandergreifender Maßnahmen. Unter anderem gilt es, Täterpersönlichkeiten früh zu erkennen, intensive Hilfe anzubieten, den Zugang zu Waffen zu erschweren sowie die Verbreitung gewaltverherrlichender Spiele und Medien einzuschränken.

Bis solche Maßnahmen greifen, vergeht jedoch noch einiges an Zeit. Und selbst wenn alle Empfehlungen wirksam umgesetzt sind, mag künftig niemand ausschließen, dass wieder ein Schüler mit den abgründigsten Tatvorsätzen eine Schule betritt. Deshalb empfiehlt der Expertenkreis Amok, quasi als letztes Glied in der Maßnahmenkette, die Schulhäuser baulich zu sichern.

 
Die Tür als Rettung

Weil Schulen keine Festungen werden sollen, richtet sich das Augenmerk weniger auf die Eingänge, sondern gezielt auf die Türen der einzelnen Unterrichtsräume. Gerade in Verbindung mit den ebenfalls empfohlenen Alarmierungssystemen können amoksichere Klassenzimmertüren das Schlimmste verhindern.

 

Zitat aus dem Expertenbericht, Seite 72:

EMPFEHLUNG: SCHULEN MIT TÜRKNAUFSYSTEMEN AUSSTATTEN


Bei Amoklagen kann das Verschließen der Klassenräume ein Einwirken des Täters verhindern und lebensrettend sein. Daher wird ein Drehknopf bzw. Türknauf an Klassenzimmertüren empfohlen, die jeder im Raum befindlichen Person ermöglichen, die Türe auch ohne Schlüssel von innen verriegeln zu können. Zu bedenken ist, dass eine Flucht der Schüler in ein Klassenzimmer trotz Drehkopf möglich sein muss, wenn bspw. eine Türe versehentlich ins Schloss fällt oder Türen in der Pause zu sind. Daher bieten sich in den USA übliche Türknaufsysteme an, bei denen sich die Türe von außen öffnen, aber mit Knopfdruck von innen sperren lässt.

Anmerkung: Das Projekt Amoksicherung folgt dem Hinweis auf die US-Variante, was deren Prinzip angeht. Bei der technischen Umsetzung wird allerdings eine Lösung mit Komponenten von hiesigen Herstellern empfohlen.

Bestätigt wird diese Empfehlung im Abschlussbericht des Landtagssonderausschusses „Konsequenzen aus dem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen: Jugendgefährdung und Jugendgewalt“ vom 15. März 2010.